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Denen man nicht vergibt

LERNE   ZU  VERGEBEN

Eines der schwierigsten Dinge im Leben ist die Kunst des Vergebens. Wir menschlichen Wesen können diese Kunst nicht unbedingt sehr oft zu unseren Tugenden zählen. Wir schauen Filme und lesen wunderbare Geschichten darüber, wie andere denen vergeben, die ihnen Schlimmes angetan haben. Wie sie ihnen verzeihen und mit Großmut auch noch Gutes für sie tun.

Wird aber diese ganze Geschichte mit dem Verzeihen an uns selbst herangetragen, reagieren wir meist mit Wut, Haß und dem Schrei nach Vergeltung. Obwohl man doch ganz genau weiß, und auch wissenschaftliche Studien immer wieder verkünden, daß der Schlüssel zu einem langen glücklichen Leben und guter Gesundheit darin liegt, verzeihen zu können und großmütig zu handeln.

Vergebung

 Image courtesy of Stuart Miles / FreeDigitalPhotos.net

 

 


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Möchtest du ein langes glückliches Leben haben? Dann vergebe denen, denen man nicht vergibt.

Dein Feind der dir Unrecht angetan hat,und dir soviel Leid und Traurigkeit verursacht hat,  mag es nicht verdient haben, daß man ihm vergibt, aber es ist wirklich das Beste was du dir selbst tun kannst.  Du selbst verdienst es, frei zu sein von all dem Bösen. Hass ist wie eine giftige ätzende Säure, er zerstört selbst das Gefäß, in dem er aufbewahrt wird.

 

Einige Tipps zum Vergeben:

1. Denke daran, der Hass und die Bitterkeit die du fühlst, hat keine tatsächliche Wirkung auf deinen Feind. Wahrscheinlicher ist es, daß derjenige mit dem du so haderst, sein Leben einfach weiter lebt und noch nicht einmal einen Gedanken mehr an dich verschwendet.

 

2. Mache dir eine Liste, und schreibe auf, welche guten Resultate sich aus der schrecklichen Erfahrung dennoch ergeben haben. Die gibt es immer ! Man erkennt sie nur nicht gleich, später aber schon.

 

Vermutlich hast du lange genug deinen ganzen Willen und deine Kraft auf diese schlechten Erfahrungen gelegt. Betrachte das was geschehen ist von einem neuen Blickwinkel. Schaue dir die guten Seiten daran an. Vielleicht brauchst du etwas Zeit um dem Ganzen gute Seiten abgewinnen zu können, aber sei sicher, du wirst sie erkennen.

 

3. Erinnere dich an die guten Menschen, die dir halfen. Vielleicht nicht unbedingt in jener schrecklichen Situation aber einfach in deinem Leben. Es gibt immer Menschen, die einem helfen, irgendwie, irgendwann.

Denke an die Hilfsbereitschaft  und Selbstlosigkeit solcher Menschen. War jemand dein guter Samariter, wenn du die Seele warst, die ausgestoßen und geschlagen am Wegesrand liegen blieb, um zu sterben, wer kam um dir zu helfen ? Oder versuchte es zumindest? Vielleicht hast du so jemand anderen die Gelegenheit gegeben, Gutes zu tun, an dir.

 

4. Denke an dich selbst und erkenne, daß dir das hadern nicht gut tut. Du hast die schlimme Sache mit deinem Feind  womöglich so lange immer und immer wieder in deinem Geist  durchlebt und damit gehadert, daß es immer schwieriger wird, davon loszukommen. Du fängst dann irgendwann an, deine Wut und Verzweiflung anders zu kompensieren und unternimmst Schritte, die dir wiederum zum Verhängnis werden können. Sei geduldig mit dir selbst und vergebe auch dir selbst.

 

Extremer emotionaler Schmerz hat einen tiefgreifenden Effekt auf den Körper.

Gib dir Zeit, wieder gesund zu werden und überstürze nichts. Vor allen Dingen mache keine Verzweiflungstaten, die dich dann noch tiefer ins Unglück stürzen könnten. Behandle dich selbst gut und fange wieder an, dich selbst zu spüren. 

Nehme deinen Körper wieder so wahr, wie er vorher gewesen ist. Versuche, dir die ganze Schönheit unserer Welt wieder vorzustellen. Erinnere dich daran, wie die Welt vorher war und wie du dich daran erfreut hast.

Das aramäische Wort für “vergeben” wird übersetzt mit “losbinden”.

Der schnellste Weg um sich von einem Feind und all seiner Negativität zu befreien, ist, zu vergeben. Schüttle die Häßlichkeit dieses Menschen, der dich so verletzt hat, für immer ab.

Allein dein eigener Hass und deine Verletztheit hat dich an ihn gebunden. Wenn du vergibst, ermöglichst du es dir selbst, frei zu sein und wegzugehen vom Schmerz.

 

5. Vergebung muß bedingungslos sein. Erwarte keine Reue oder Buße deines Feindes. Darauf darf Vergebung nie beruhen, denn so ist es keine. Und du verbliebst trotzdem im Bann deines Peinigers. Was immer uns angetan wurde, wir sollten Weisheit walten lassen darüber.

 

6. Höre auf, von deinem Leid zu sprechen.

Zähle, wie oft du diese Woche davon erzählt hast, wie schlecht es dir geht und wie sehr du verletzt wurdest. Denke darüber nach, wie oft du dich täglich innerlich damit beschäftigst.

Wenn du das fortwährend tust und über eine lange Zeit hinweg, dann bist du angebunden wie an einem Pfahl der in die Erde gerammt ist und der dich am weggehen hindert.

Negativität drückt dich in den Boden hinein, körperlich, emotional, mental und spirituell.

 

 

7. Wenn dir deine Verletzung wieder einfällt, versuche, eine gewisse Neutralität zu erlangen.

Sage dir selbst, daß du für die Person, die dir das angetan hat, hoffst, sie möge eines Tages ihre Fehler erkennen und daß diese Person auch einmal ein besserer Mensch wird. Nehme dich völlig davon aus, daß du das dann noch erleben wirst, denn das spielt keine Rolle. Darf es nicht, denn sonst sind wir wieder bei der Reue und Buße.

Wenn du so denkst, hat das zwei Effekte. Einmal, du neutralisierst damit die Säure des Hasses und des Ärgers und zum anderen läufst du nicht Gefahr, zum eigenen Ziel deines Ärgers und Zorns zu werden.

 

Dinge, die wir aus tiefstem Herzen jemand anderen wünschen, kommen immer zuerst bei uns selbst an. Das gilt für gute, aber auch für schlechte Dinge. Wenn du einmal versucht hast, deinem Feind Neutralität zu senden, oder sogar noch einen Segen (dann bist du wirklich gut!), wirst du eine bestimmte Art von Erleichterung verspüren. Eine Art Lossagung vom Bösen.

 

Vielleicht fühlst du dich, wenn du das erste Mal  so positiv denkst, merkwürdig, leer oder sogar heuchlerisch. Gebe aber nicht auf. Zu guter letzt wird sich das Gefühl der Befreiung über dich ausbreiten.

Versuche, dieses neutrale Denken zur Gewohnheit werden zu lassen, wann immer dich jemand verletzt oder dir Unrecht tut. Nach und nach wirst du merken, wie aller Hass und Ärger aus deinem Herzen verschwindet und verdampft wie Tau in der Morgensonne.

 

Und denke daran, du bist nicht alleine. Täglich geschehen schreckliche Dinge die Menschen anderen Menschen antun, sei es im privaten Umfeld oder im Weltgeschehen.

Versuche, auch an dem Leid anderer Menschen teilzuhaben. Betrachte es und mache dir deine Gedanken darüber.

Und während die bösen Machenschaften deines Feindes dich schrecklich verletzen, geht die Welt draußen weiter. Versuche, den Stellenwert den du deinen Feinden einräumst, genau zu analysieren und finde heraus, ob dieser wirklich gerechtfertigt ist.

 

8. Visualisiere jeden Tag, so oft du kannst deine  Zukunft in der du dich selbst siehst, ohne diesen Ärger und die Verletzung.

Stelle dir dein neues Leben vor, als wäre es bereits da und sehe dich selbst darin leben, glücklich und frei.

Denke an den Spruch:

Jene die man am wenigsten lieben kann, brauchen die Liebe am meisten.

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Eine Antwort zu Denen man nicht vergibt

  1. colours 31. Juli 2013 at 23:52 #

    Das ist der göttlichste, einleuchtendste Text zu diesem Thema, der mir je unter die Augen gekommen ist. Ich kann meine Dankbarkeit mit Worten gar nicht ausdrücken! Ich kann nur staunen. Sehr gut gelungen!

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