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Die letzte Grenze – Voyager1 am Rande unseres Sonnensystems

Die am 5. September 1977 von Cape Canaveral gestartete Sonde Voyager 1 hat den Rand unseres Sonnensystems erreicht.

Die Sonde befndet sich im Moment in einem Bereich der den Übergang von unserem Sonnensystem zum interstellaren Raum darstellt. Die NASA Forscher bezeichnen diesen Übergang als eine Art «Magnetischen Highway» oder «Termination Shock» auf dem sowohl noch schwache Sonnenpartikel auftreffen aber auch bereits Partikel von der anderen Seite aus dem unbekannten Raum des Weltalls. Auch wenn sich Voyager 1 noch im äußersten Bereich unserer Sonne befindet, bekommen die Wissenschaftler bereits eine Vorstellung davon, wie es draußen im interstellaren Raum zugehen mag. Was Voyager 1 bis jetzt an die Erde übermittelt hat ist nicht das was die Forscher erwartet hatten. Man hatte eine völlig andere Vorstellung davon, wie der interstellare Raum sein würde und wie sich Partikel daraus verhalten würden.

Als «Interstellarer Raum» wird der Raum außerhalb eines Sonnensystems bezeichnet in dem sich weder Sterne noch Planeten befinden. Hier werden die Sonnenwinde vom Druck des interstellaren Gases gestoppt.

Seit 35 Jahren fliegt Voyager 1 nun durch das All und sendet von zwei seiner Instrumente an Bord immer noch Daten zur Erde. Mittlerweile beträgt die Übermittlung gute 17 Stunden. Die NASA geht davon aus dass die Energie an Bord der Sonde noch bis zum Jahr 2020 reichen wird. Die Sonde passierte Jupiter und Saturn und katapultierte sich danach selbst zum Rand unseres Sonnensystems. Sie ist nun 17,7 Milliarden Kilometer von unserer Sonne entfernt. Vom Eintritt in den interstellaren Raum erhoffen sich die Forscher weitreichende Erkenntnisse wie das Weltall zusammenhängt und über seine Entstehung.

Voyager 1 ist das am weitesten von der Erde entfernte Objekt das je von Menschenhand gebaut wurde. Und es wird das erste Objekt sein, das unser Sonnensystem verläßt. Noch keine andere Sonde hat es geschafft sich soweit von der Erde zu entfernen. Man erwartet den Eintritt von Voyager 1 in den interstellaren Raum in den kommenden Monaten bis Jahren.

Voyager Mission

Die Mission der Voyager Sonden

Die Schwesternsonde Voyager 2, die 16 Tage vor Voyager 1 ins Weltall gestartet ist, befindet sich auf einer anderen Bahn, ist aber ebenfalls bereits sehr weit von der Erde und unserer Sonne entfernt. Ihre Entfernung zu unserer Sonne beträgt im Moment ca. 14 Milliarden Kilometer. Auch sie befindet sich bereits an der Grenze zum interstellaren Raum. Voyager 2 passierte nicht nur Jupiter und Saturn sondern auch die äußeren Planeten Neptun und Uranus die vor ihr noch kein Objekt erreichen konnte.

Beide Sonden haben bereits den am weitesten von der Erde entfernten Planeten Pluto hinter sich gelassen und befinden sich im sogenannten «Heliosheath», der äußersten Schicht der Heliosphäre. Auch Voyager 2 sendet nach wie vor Daten über das Deep Space Network zur Erde.

Die eigentliche Mission beider Sonden war die Erkundung der Planeten Jupiter und Saturn. Nachdem die Sonden eine Reihe von spektakulären Entdeckungen zur Erde funkten, wie z.B. einen Vulkanausbruch auf dem Jupitermond Io und die Zusammensetzung der Saturn Ringe, wurde die Mission erweitert zur Erkundung des interstellaren Raums.

Unbeirrt sind die beiden Voyagers unterwegs um bis in die Heliopause vorzudringen, die Region wo der Einfluß unserer Sonne schwindet und der freie interstellare Raum beginnt. Die Heliopause ist noch niemals erreicht worden. Die Voyager Sonden werden wohl die ersten sein, die diese Region durchqueren, die vermutlich 8 bis 14 Billionen Meilen von der Sonne entfernt ist.

Golden Record

Der goldene Datenträger der auf beiden Voyagers installiert ist

Die Sonden tragen runde mit Gold überzogene Kupferscheiben auf denen Informationen über unsere Erde gespeichert sind. Die Scheiben beinhalten Bilder, Skizzen und Audiodateien wie Grüße in 55 verschiedenen Sprachen unserer Erde, Tierlaute und Geräusche von Donner und Wind. Da die Sonden vermutlich noch die nächsten 260 000 Jahre im Weltall unterwegs sein werden, erhofft man sich so einen Kontakt mit einer außerirdischen Spezies.

Artikel Carina Salzer, Fotos by Science NASA Government

Source Science NASA GOV.

 

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